Posts mit dem Label Kevin - Meine freie deutsche Jugend werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kevin - Meine freie deutsche Jugend werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 24. März 2009

Peggy und der Schatten von Ernst Thälmann (S.35-39)

Zuerst werde ich mal kurz erklären, wer Ernst Thälmann ist, denn ich bin nicht sicher, dass alle ihn kennen. Thälmann war während der Weimarer Republik Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands. 1944 wurde er auf Befehl Hitlers erschossen. Und Claudia Rusch schreibt auch am Ende des Kapitels, dass er etwas wie Robin Hood und Superman in Personalunion.

Dieser Kapitel fand ich ziemlich schwer zu verstehen, mit ziemlich vielen unbekannten Wörten. Alsohoffentlich habe ich das Ganze richtig verstanden!
Am Anfang schreibt Claudia, dass sie privilegiert war, weil ihre Eltern in der Opposition lebten. So wisse sie genau, in welchem Land sie grossgeworden sei. Ich bin mir nicht ganz sicher, dass das wirklich stimmt. Jemand, der in der Opposition lebt, bekommt keinen umfassenden Blick des Landes, genauso wenig wie jemand, der aktiv mitmacht. Sie weiss vielleicht manches, dass die anderen nicht wissen, aber ich glaube, dass sie wegen dieser Opposition die guten Seiten der DDR (denn es gab welche, wenn ich es meiner Gastfamilie glauben kann) nicht kennt.
Aber danach schreibt sie auch, dass sie gerne in einer "ganz normalen" Familie gelebt hätte, also mit Eltern in der Partei usw. So wären sie anonym gewesen, während jeder im Dorf ganz genau wusste, wer sie waren.

Dann erzählt sie von einer Aktion, an der ihre Familie teilgenommen hatte, die Aktion "Schwerter zu Pflugscharen". Wenn ich es richtig verstanden habe, ist es eine Aktion für die Abrüstung, also für den Freiden. Da musste jeder, auch die Kinder, einen Symbol tragen. Der Name kommt ist ein Bibelzitat und die Sowjetunion hat 1957 eine Skulptur als Friedensymbol der UNO verschenkt. Aber die DDR war gegen diese Aktion. Claudia wurde alles erzählt, was die Aktion bedeutet und waru sie mitmachen sollte.
Als Claudia in die Schule mit ihrem an dem Ärmel genähten Symbol ging, hat sich ihr Lehrer empört und hat gemeint, die Friedenbewegung sei in der Wirklichkeit eine Konterrevolution, Claudia sei ein Klassenfeind, usw. Das hat kein Schüler in der Klasse verstanden und viele haben gesagt, wenn Ernst Thälmann es hörte, dann würde er sich im Grabe umdrehen.
Peggy, Claudias Feundin, hat ihr auch geholfen, indem sir sagte, dass sie nicht versteht, warum plötzlich Claudia als Klassenfeind betrachtete wurde. Sie sagt auch, dass es gut ist, dass die Sowjetunion die Statue der UNO verschenkt hat, usw. Das hat einscheinend Claudia sehr beeindruckt, denn sie schreibt :

"Sprach's und setzte sich hin, als hätte sie nicht soeben einen Reserveoffizier der NVA Lügen gestraft. Mehr noch, sie hatte ihren Klassenlehrer vorgeführt. -Nicht schlecht für eine Zehnjährige."


Claudia schreibt, dass für sie keine Erfahrung von Solidarität so entscheidend wie diese gewesen sei. Sie habe endlich bemerkt, dass solche Ideen auch ausserhalb ihrer Kreise glaubwürdig waren.

Nach ein paar Tagen hat der Direktor all diese Symbole weggemacht und es hat sich nicht wiederholt. Claudia Rusch schreibt, sie sei erleichtert gewesen. Das kann ich verstehen, denn ich denke, dass es ein bisschen unverantwortlich von ihrer Eltern ist, so was zu machen. Das Kind kann mit 10 Jahren gar nicht verstehen, was das Ganze bedeutet und macht nur mit, weil die Eltern es sagen. Das kann fürs Kind gefährlich sein.

Die Meissner Porzellantasse (S.29-34)

Da ich heute krank bin (deshalb war's mir im Raum heute Morgen so kalt!), hab ich mich wieder ins Bett gelegt und hab weitergelesen mit der Hoffnung, es geht mir bis Samstag besser, dass ich nicht die ganze Reise lang krank bin... Na ja, jetzt mal übers Buch reden, den Rest sehen wir erst später! Zumindest hab ich jetzt Zeit zum Lesen.

"Es gibt Verluste im Leben, die kann man nie verwinden"


So fängt der Kapitel an. Das ist ein schöner und ganz richtiger Satz. Aber da stört mich was. Und zwar finde ich keinen Zusammenhang zwischen der Porzellantasse und diese "Verluste". Hätte keinen Sinn, darüber zu schreiben. Aber einen Zusammenhang muss es ja auch nicht geben, und dieser Satz deutet nämlich auf was anderes. Und zwar darauf, dass die Stasi einst ein Päckchen eingezogen hat, das eigentlich für Claudia war. Sie hat den Brief bekommen aber den Schal und die Mütze nicht. Für so ein kleines Kind kann ich verstehen, dass es so wichtig war. Claudia Rusch schreibt sogar, dass sie immer noch aufs Päckchen wartet.
Aber das mit dem Päckchen erzählt sie eigentlich, um vom Absender des Packets zu sprechen, einem Italiener, dem ihre Mutter zufälligerweise in Grünheide begegnet ist. Nach dieser Begegnung hat er viele Briefe geschickt und ist zweimal nach Ostberlin gefahren. Die Freunde von Cladias Mutter meinen, sie sollte ihn heiraten, es sei "für ihn einfacher, [sie] aus der DDR mitzunehmen als eine Meissner Porzellantasse". Aber die Mutter hat ihn nicht geheiratet, weil sie sagte, dass sie ihn nicht liebte. Aber Claudia meint, sie habe es nicht gemacht, weil sie Angst hatte, in ein Land zu ziehen, das sie und ihre Tochter nicht kannten und dessen Sprache sie nicht verstanden.

Aber nach Rogers Hausarrest (Roger ist der Freund, bei wem sie im Grünheide wohnt, nachdem sie geschieden wurde) hat sich die Situation geändert: Eines Tages, als Claudio (der Italiener) zum letzten Mal zu Besuch kam, war ein Freund bei Claudias Mutter (IM Diamant, also geheimer Mitarbeiter der Stasi, aber sie wusste es natürlich nicht). Als Claudio dann ging, hat der IM ihn mit dem Auto gefahren und seitdem durfte Claudio nie wieder in die DDR und alle Briefe, die er schrieb, wurden von der Stasi gelesen und manche sind sogar nie angekommen.

Ich kann mir kaum vorstellen, wie das Leben sein kann, wenn man immer denkt, jemand könnte was gehört haben und dies könnte schlimme Konsequenzen haben. Hier ist die Konzequenz nicht so schlimm aber es hätte anders sein können. Ich kann auch nicht verstehen, wieso das Päckchen von der Stasi eingezogen wurde. Es gab schliesslich nur einen Schal und eine Mütze drin. Und selbst wenn es was versteckte, die Stasi häyye auch nur das, was verwteckt wurde, einziehen und den Rest dem armen Mâdchen schicken. Ich glaube, dass sich im Laufe der Jahren innerhalb der Stasi eine Art Paranoia entwickelt hatte. Schliesslich haben sie sich ja aneinander ausspioniert...

Dienstag, 10. März 2009

Honeckers kandierter Apfel (S. 25-28)

Bei so einem deprimierenden Wetter wie das heutige gefiel mir die Idee, rauszugehen, um das zu tun, was ich tun musste und dann bis an den Knochen nass zurück nach Hause zu kommen, nicht wirklich. Also habe ich mir eher dafür entschieden, mich ganz bequem in mein Bett zu legen und mit dem Lesen meines Buches weiterzumachen.

Der Titel des Kapitels, den ich gerade gelesen habe, lautet "Honeckers kandierter Apfel". Schon wieder ein kommischer Titel. Was kann sich denn dahinter verstecken? Mal sehen.

In diesem Kapitel bringt Claudia, die noch die erste Klasse besucht, ihre Familie in Gefahr. Sie ist nämlich mit ihrer Mutter zum Weinachtsmarkt nach Berlin mit dem Zug gefahren und hat dort einen kandierten Apfel gegessen, den sie erst im Zug bei der Rückfahrt essen darf. Bei der Rückfahrt ist aber der Zug voll und sie finden keinen Platz zum Sitzen. Das Mädchen kann aber nicht länger auf den Apfel warten und fängt an zu jammern. Ein Volkspolizist, der im Abteilung sass, nimmt sie auf dem Schoss, damit sie den Apfel essen kann. Als der Apfel aufgegessen ist, fängt Claudia an, dem Polizisten Witze zu erzählen. Er lacht, die ganze Abteilung lacht, und sie erzählt weiter. Aber irgendwann erzählt sie Honecker-Witze, die sie zu Hause gehört hat, obwohl sie eigentlich ganz genau weiss, dass sie es nicht darf, weil es gefährlich sein kann. Die Mutter macht ihr klar, sie solle aufhören und plötzlich schaut sie den Polizisten total erschrocken an und denkt wieder an die Gefahr.
Als sie dann aussteigen, steigt der Polizist auch aus. Er geht aber langsamer als sie. Claudia wartet, bis sie von ihm entfernt genug sind und sagt ihm "Mama kann Bullen nich leiden. Aber ick find dich trotzdem janz nett", worauf die Mutter sehr genervt reagiert und sie sagt ihr, sie solle versprechen, nie wieder öffentlich Honecker-Witze zu erzählen und Polizisten nicht mit "Bullen" anzusprechen.

Ich finde, dass dieser Teil des Buches zeigt, wie wichtig es ist, gut darauf aufzupassen, was man vor den Kindern sagt, weil Kinder nicht unterscheiden können, was sie sagen dürfen von dem, was sie nicht erählen dürfen. Claudia Rusch schreibt sogar über sich selbst "aber ich war sieben Jahre alt und unterschied Feind und Freund am realistischsten beim Mensch-ärgere-dich-nicht."
Aber es zeigt viel mehr, welche Konzequenzen so ein Verhalten zu der Zeit haben konnte (auch wenn diesmal nichts passierte), wenn man die Reaktionen der Mutter sieht.

Hier gibt es den Humor der anderen Texten nicht mehr aber da alles mit den Augen eines kleinen Kinds gesehen wird, bekommt der Leser einen komischen Eindruck, weil alle Reaktionen übertrieben sind (am Anfang ist sie ganz nett zu dem Polizisten und plötzlich ist sie total erschrocken).

Die Hauptabteilung VIII im Märchenwald (S. 20-24)

Wie ich es schon im letzten Blogeintrag schrieb, lautet der Titel "Die Hauptabteilung VIII im Märchenwald". Da habe ich mich schon gefragt, was dann kommen sollte. Hauptabteilung VIII ist klar, es geht um die Stasi. Aber Märchenwald? Da ich nicht gerne lange überlege aber lieber weiterlese habe ich einfach weitergelesen und habe erfahren, dass es sich auf die Gefahre bezieht, die sich in den Märchen immer im Wald verstecken (Wölfe, Hexen, usw).

Claudia Rusch ist in diesem Teil nämlich wieder ein kleines Mädchen (sie besucht die erste Klasse) und wohnt mit ihrer Mutter bei Havemanns in Grünheide, einer kleinen Waldsiedelung, wo man weder mit dem Auto noch mit dem Fahrrad auf der Strasse fahren konnte, ohne sein Leben in Gefahr zu bringen, weil sie nie befestigt worden war. Claudia Rusch schreibt, der Ort sei also super für Kinder, solange die Sonne schien. Denn in der Nacht schien der Wald gefährlich, genauso wie ein Märchenwald, mit Monstern usw.
Am Anfang erfahren wir, dass die Oma aus Stralsund zu Besuch kommt. Die kleine Claudia will sie alleine von der Bushaltestelle am Rand der Waldsiedlund abholen, sie sei schliesslich gross (schon in der ersten Klasse, « kein Babykram mehr ») und sie habe keine Angst, alleine in der Nacht durch den Wald zu gehen. Die Mutter lass sie gehen und folgt ihr in gut 30 Meter Abstand. Die Stasi-Männer, die das Haus immer noch überwachten, finden es merckwürdig (« unser Personenschutz witterte umgehend staatsfeindliche Aktivitäten »). Sie finden es noch merckwüdiger, als das Mädchen anfängt « Soldaten sind vorbeimarschiert », ein Lied, das das Militär verherrlichte, zu singen. Das Mädchen hat nämlich Angst, obwohl sie weiss, dass es weder Hexen noch Monster im Wald gibt, also singt es, um sich Mut zu geben, und da der Weg lang ist, braucht es ein langes Lied, und dies ist das längste, das es kennt. Doch die Herren der Stasi fürchten, dass es ein Code wäre und fangen an, ihnen mit dem Lada zu folgen. Alles nur wegen eines Mädchens, das ihre Grossmutter von der Bushaltestelle abholen will und singt, um sich Mut zu geben!

« Es war der Narrenumzug der Saison. Zu NVA-Lied marschierende Tochter vorn, subversive Mutter dahinter, der durchgeschüttelte Stasi-Lada im Schlepptau. Alle in gebührendem Sicherheitsabstand. [...] Es war wie im Film. [...] Die Hauptabteilung VIII war gelinkt worden. Doch eine Falle »

Sonntag, 8. März 2009

Die Stasi hinter der Küchenspüle (S. 16-19)

Als Claudia Rusch 5 war, haben sich ihre Eltern getrennt. Mit ihrer Mutter ist sie 1976 zu Freunden, Katja und Robert Havemann, gezogen. Aber zwei Monate später wurde Robert Havemann ein Hausarrest verhängt. Das Leben der Erzählerin verändert sich ab diesem Zeitpunkt, "plötzlich war überall die Stasi, Männer in Uniformen oder in Zivil. Sie sassen in Ladas vor dem Haus, beobachteten uns, folgten uns, durften aber nicht mit uns reden. Manchmal versteckten sie sich wie Hasen hinter den Bäumen." In diesem Teil des Buches geht es also um die Stasi nach dieser ersten Begegnung. Natürlich verstand sie das alles damals nicht und fand die Stasi-Männer beruhigend, weil sie auf sie aufpassten, so verstand sie es.
Natürlich sprach man bei Havemanns nicht von Stasi, sondern von Kakerlaken, so dass Claudia am Ende nicht wusste, dass Kakerlaken eigentlich Küchenschaben sind. Sie dachte, es sei das Begriff für das "Fussvolk der Stasi", denn es klingt ja auch russisch!
Als sie dann 16 war und mit ihrer Mutter in Berlin wohnte, führte es aber zu einem Missverständnis. Sie besucht nämlich einen Bekannten in einem Studentenwohnheim. Sie fand das Zimmer schön, aber der Freund meint, es wäre besser, wenn nicht so viele Kakerlaken stören würden. Sie ist sehr überrascht, und wenn er dazu noch sagt, der Wohnheim sei voll von Kakerlaken, auch im Zimmer, versteht sie gar nichts mehr. Sie ist total erschrocken, wenn sie nach vielen Fragen erfährt, dass 200 Kakerlaken (also 200 Stasi-Männer, denkt sie) sich hinter der Küchenspüle verstecken würden.

"Und ich sah es schlagartig vor mir : die Miniküche, in die nicht mal ein Tisch passte, die Spüle gegenüber der Zimmertür, in Höhe der Armaturen ein riesiges Loch im Gemäuer, dahinter ein Raum, in dem 200 Männer standen, eng aneinander gedrängt, wie in einem überfüllten Bus, und alle schauten unbeweglich durch das Loch über dem Wasserhahn... [...] [Es] wurde mir klar, dass hier irgendetwas nicht stimmte."


Der nächte Titel (ich kann da nicht von Kapiteln sprechen, da sie so kurz sind!) lautet "Hauptabteilung VIII im Märchenwald". Ich bin schon gespannt, worüber sie da schreiben wird. Klingt ja komisch!
Bis jetzt finde ich das Buch ziemlich interessant, weil es von der Zeit der DDR mit Humor berichtet und nicht ganz ernst und traurig, was auch den Fall gewesen sein könnte.

Sonntag, 22. Februar 2009

Die Schwedenfähre (Seite 9 bis 15)

Heute habe ich den ersten Kapitel – die Schwedenfähre – gelesen, wo die Erzählerin über ihr Verhältnis zu Schweden schreibt.

Als Kind wohnte Claudia Rusch, Erzählerin und Autorin des Buches, an der Ostseeküste: Ihr Vater kam aus Rügen, ihre Oma wohnte in Stralsund. Daher sah sie regelmäßig die Schwedenfähre. Sie hatte immer davon geträumt, irgendwann mal mit diesen Schiffen nach Schweden zu fahren. Ihre Mutter hatte es ihr versprochen, sie fuhren doch nicht. Für sie war Schweden ein Märchenland, wo sie unbedingt hin wollte. Da sie aber in der DDR wohnte, konnte sie über die Grenze nicht fahren. Sie schreibt, diese Grenze sei „ihre eiserne Vorhang“ gewesen, viel mehr als die Berliner Mauer. Und als sie 1994 Schweden endlich besichtigen konnte, bezeichnete sie das Land immer noch als „polares Paradies“.


Als ich den Texte las, hatte ich den komischen Eindruck, ihn schon mal gelesen zu haben. Ich glaube, ich habe im Gymnasium über einen Auszug davon gearbeitet. Der Titel des Textes lautete genau so und er erzählte das gleiche, ich konnte mich doch an nichts genau erinnern.

Den Text fand ich jedenfalls schön, weil es wirklich zeigt, dass das Unbekannte uns immer träumen lässt (ob schön oder schlecht) und wie schwer es sein kann, ins Ausland (oder genauer in Westblock) zu fahren.


Hier einen Zitat, den ich schön finde, wo Claudia Rusch Schweden beschreibt, als sie es 1994 zum ersten Mal wirklich sieht:

"Die Menschen waren nett, die Häuser wunderschön und alle hätten im IKEA-Katalog auftreten können. Überall gab es Lachs und Wodka. Ein polares Paradies."